Heimnetzwerk
Netzwerkkabel im Vergleich: Cat 5e, Cat 6, Cat 6a, Cat 7 und Cat 8
Welche Kabelkategorie welche Geschwindigkeit über welche Länge trägt, warum Cat 7 im Haushalt selten die richtige Wahl ist und woran man ein schlechtes Kabel im laufenden Betrieb erkennt.
Von Redaktion SysKonnect
Kurz gesagt
Für Neuinstallationen ist Cat 6a der sinnvolle Standard: 10 Gbit/s über 100 Meter, normale RJ-45-Stecker, bezahlbar. Vorhandene Cat-5e-Strecken tragen Gigabit und 2,5 Gigabit zuverlässig. Cat 7 und Cat 8 lösen im Haushalt Probleme, die es dort nicht gibt.
Netzwerkkabel werden gern nach dem Prinzip “höhere Zahl ist besser” gekauft. Das führt zu Cat-8-Kabeln zwischen Router und Fernseher - technisch sinnlos und unnötig teuer. Die Kategorien beschreiben, welche Frequenzen über welche Länge zuverlässig übertragen werden, und Haushaltsstrecken sind kurz.
Die Kategorien im Überblick
| Kategorie | Frequenz | Praxis im Haushalt |
|---|---|---|
| Cat 5e | 100 MHz | Gigabit über 100 m, 2,5 Gbit/s über 100 m, 10 Gbit/s nur auf kurzen Strecken |
| Cat 6 | 250 MHz | Gigabit sicher, 10 Gbit/s bis etwa 55 m |
| Cat 6a | 500 MHz | 10 Gbit/s über volle 100 m - der Standard für Neuinstallationen |
| Cat 7 | 600 MHz | leistungsfähig, aber nicht für RJ-45 spezifiziert |
| Cat 8 | 2000 MHz | für kurze Strecken im Rechenzentrum, 25 und 40 Gbit/s |
Was das praktisch bedeutet
Vorhandene Cat-5e-Strecken bleiben liegen. Sie tragen Gigabit über die volle Länge und 2,5 Gigabit ebenfalls. Wer im Bestand von Gigabit auf 2,5 Gigabit wechseln will, braucht dafür in aller Regel kein neues Kabel - nur neue Geräte an beiden Enden.
Neu verlegt wird Cat 6a. Der Aufpreis gegenüber Cat 6 ist gering, die Reserve deutlich. Verlegekabel liegen unter Putz oder im Kabelkanal fünfzehn Jahre, deshalb lohnt hier Reserve - anders als bei Patchkabeln, die man jederzeit tauscht.
Cat 7 ist ein Vertriebsthema. Die Kategorie ist auf andere Steckverbinder ausgelegt. Ein “Cat 7”-Patchkabel mit RJ-45-Stecker erfüllt die Kategorie nicht durchgängig. Wer 10 Gigabit über Kupfer fahren will, nimmt Cat 6a - siehe 10-Gigabit-Karten.
Cat 8 gehört ins Rack. Es ist für sehr kurze Verbindungen zwischen Switches ausgelegt. Im Wohnzimmer bringt es nichts außer einem dicken, störrischen Kabel.
Verlegekabel oder Patchkabel
Das ist der praktisch wichtigere Unterschied als die Kategorie:
- Verlegekabel haben starre Einzeladern, lassen sich gut auf Dosen auflegen und vertragen keine dauernde Bewegung. Sie gehören in Wände, Kanäle und Leerrohre.
- Patchkabel haben feindrähtige Litzen, sind flexibel und für die letzten Meter vom Anschluss zum Gerät gedacht.
Wer Verlegekabel als Patchkabel benutzt, riskiert Adernbrüche an den Knickstellen - ein typischer Grund für Verbindungen, die monatelang gut liefen und plötzlich nur noch 100 Mbit/s aushandeln.
Geschirmt oder ungeschirmt
Im Haushalt reicht ungeschirmt fast immer. Schirmung hilft in Umgebungen mit starken Störquellen, verlangt aber eine durchgängige Erdung. Ein halb angeschlossener Schirm kann als Antenne wirken und die Situation verschlechtern.
Fehlersuche am Kabel
Der schnellste Test steht in einer Zeile:
ethtool enp3s0 | grep -i speed
Zeigt eine Gigabit-Karte an einem Gigabit-Switch nur 100 Mbit/s, fehlt fast immer ein Adernpaar - Gigabit braucht alle vier, 100 Mbit/s kommt mit zweien aus. Ein Kabeltausch bestätigt das in einer Minute. Weitere Prüfschritte stehen unter Netzwerkkarte wird nicht erkannt.
Wenn die Verkabelung steht, ist der Switch die nächste Entscheidung - und die Grundsatzfrage LAN oder WLAN sollte vorher beantwortet sein.
Häufige Fragen
Trägt Cat 5e wirklich 2,5 Gigabit?
Ja. 2,5GBase-T wurde gezielt so ausgelegt, dass es auf vorhandener Cat-5e-Verkabelung über die üblichen 100 Meter funktioniert. Genau deshalb ist es für Nachrüstungen so attraktiv.
Warum ist Cat 7 im Heimnetz problematisch?
Cat 7 ist auf GG45- und TERA-Stecker ausgelegt, nicht auf RJ-45. Verkauft werden meist Cat-7-Kabel mit RJ-45-Steckern, was die Kategorie streng genommen aushebelt. Für dieselbe Leistung ist Cat 6a die saubere Wahl.
Wie erkenne ich ein defektes Kabel?
Ein häufiges Zeichen ist eine Verbindung, die nur mit 100 statt 1000 Mbit/s aushandelt - dann fehlt meist ein Adernpaar. ethtool zeigt die ausgehandelte Geschwindigkeit, ein Kabeltausch bestätigt den Verdacht in einer Minute.