Netzwerkkarten
SK-Adapter im Archiv: SK-98xx, SK-9Exx und SK-9Sxx im Überblick
Welches Modell welche Anschlussart hatte, wo der Unterschied zwischen Kupfer- und Glasfaservariante lag und welcher Treiber die Karten heute bedient - das Modellarchiv der alten SysKonnect-Gigabit-Adapter.
Von Redaktion SysKonnect aktualisiert am
Kurz gesagt
Die SK-98xx-Reihe war die Gigabit-Generation für PCI und PCI-X, die SK-9Sxx-Reihe folgte auf PCI-X, die SK-9Exx-Reihe auf PCI Express. Die Endziffer verrät die Bauform: 1 steht für einen Anschluss, 2 für zwei; Modelle der 8er-Gruppe waren Kupfer, die der 9er-Gruppe Glasfaser. Unter Linux bedienen heute skge und sky2 diese Karten.
Unter dieser Domain lagen jahrelang Produkt- und Treiberseiten für Gigabit-Ethernet-Adapter. Bis heute zeigen Links aus Foren, Mailinglisten und Hardwarelisten auf diese Seiten. Weil die Dateien seit vielen Jahren nicht mehr online sind, ist hier zusammengefasst, welche Modellreihen es gab und wie man die Karten heute noch betreibt.
Zur Einordnung: Dieses Portal hat mit dem damaligen Hersteller nichts zu tun. Wir bieten weder Support für die Karten an noch geben wir Originaldateien heraus. Was hier steht, ist redaktionell zusammengetragenes Wissen für alle, die noch eine solche Karte im Rechner haben.
Die Baureihen auf einen Blick
| Reihe | Bus | Beispiele | Anschluss |
|---|---|---|---|
| SK-98xx | PCI / PCI-X | SK-9821 V2.0, SK-9822 | 10/100/1000Base-T über RJ-45 |
| SK-98xx | PCI / PCI-X | SK-9843, SK-9844 | 1000Base-SX über Glasfaser |
| SK-9Sxx | PCI-X | SK-9S91, SK-9S92 | 1000Base-LX über LC-Duplex |
| SK-9Exx | PCI Express | SK-9E21, SK-9E21D, SK-9E22 | 10/100/1000Base-T über RJ-45 |
| SK-9Exx | PCI Express | SK-9E91, SK-9E92 | 1000Base-LX über LC-Duplex |
Die Systematik ist einfach, sobald man sie einmal gesehen hat: Die vorletzte Ziffer trennt Kupfer (2) von Glasfaser (9), die letzte Ziffer nennt die Portzahl. SK-9E21 ist also ein Kupferadapter mit einem Anschluss, SK-9E92 ein Glasfaseradapter mit zwei. Das angehängte D bei SK-9E21D kennzeichnete die Desktop-Variante ohne die Server-Zusatzfunktionen.
Was die Karten konnten
Für ihre Zeit waren die Adapter gut ausgestattet: Flusskontrolle und Auto-Negotiation nach IEEE 802.3x, Priorisierung nach 802.1p, VLAN-Tagging nach 802.1q und Link Aggregation nach 802.3ad. Die Server-Modelle unterstützten PXE und RPL zum Booten über das Netz. Treiber gab es für ein Spektrum, das heute ungewöhnlich breit wirkt: Windows von 98 SE bis Server 2003, NetWare, mehrere Solaris-Generationen auf x86 und SPARC, AIX, SCO UnixWare, FreeBSD und Linux.
Vor der Gigabit-Reihe gab es außerdem Adapter für FDDI und Token Ring - Techniken, die in den 1990er-Jahren in Rechenzentren und Universitätsnetzen verbreitet waren und für die heute schlicht keine Infrastruktur mehr existiert. Später kam mit dem SK-54A1 noch ein WLAN-Mini-Access-Point dazu.
Wie die Karten heute laufen
Das ist der praktisch wichtigste Punkt: Unter Linux braucht man für diese Karten seit vielen Jahren keinen Herstellertreiber mehr. Der Kernel bringt mit skge und sky2 eigene Module mit, die die verbauten Chips abdecken. Welches Modul für welche Karte zuständig ist und wie man das prüft, steht ausführlich unter sk98lin, skge und sky2.
Unter Windows endet die Unterstützung dort, wo die letzten Herstellertreiber endeten. Auf modernen Windows-Versionen laufen die Karten allenfalls über generische Treiber, wenn überhaupt. Wer eine solche Karte in einem aktuellen Windows-System betreiben will, fährt mit einem neuen Adapter deutlich besser.
Wenn die Karte nicht auftaucht
Ältere Karten sind meist nicht defekt, sondern werden nur nicht angesprochen: falscher Steckplatz, deaktivierte Legacy-Unterstützung im UEFI, fehlendes Modul. Die Prüfschritte in sinnvoller Reihenfolge stehen unter Netzwerkkarte wird nicht erkannt.
Der sinnvolle Nachfolger
Steht ohnehin ein Austausch an, ist die Frage weniger “welche Marke” als “welcher Chip und welcher Steckplatz”. Für normale Gigabit-Aufgaben reicht eine einfache PCIe-Gigabit-Karte; wer die Server-Funktionen der alten Dual-Port-Modelle ersetzen will, findet die aktuelle Entsprechung unter Server-Netzwerkkarten mit zwei Ports. Und wer gleich einen Schritt weiter denkt, sollte prüfen, ob sich 10 Gigabit lohnt - Glasfaser war bei diesen Karten schließlich schon damals das Thema.
Häufige Fragen
Bekomme ich hier die Originaltreiber der Karten?
Nein. Diese Seite ist ein unabhängiges Ratgeber-Portal ohne Verbindung zum damaligen Hersteller, wir liefern keine Herstellerdateien aus. Für Linux ist das auch nicht nötig, weil die Treiber im Kernel liegen. Historische Pakete finden sich über das Internet Archive.
Woran erkenne ich, welches Modell ich vor mir habe?
Auf der Platine steht die Modellnummer aufgedruckt. Zuverlässiger ist im laufenden System lspci -nn: Die PCI-ID sagt, welcher Chip verbaut ist, und danach richtet sich der Treiber.
Lohnt sich eine solche Karte heute noch?
Als Ersatzteil in einem alten System ja, als Neuanschaffung nicht. Aktuelle Gigabit-Karten sind sparsamer, unterstützen größere Ringpuffer und arbeiten mit modernen Steckplätzen zusammen.