IT-Finanzierung
Null-Prozent-Finanzierung beim Hardwarekauf: worauf zu achten ist
Zinsfreie Ratenkäufe im IT-Handel sind meist echt zinsfrei - bezahlt wird über den Preis. Wie man den Vergleich richtig aufstellt, welche Zusatzkosten auftauchen und wann das Angebot tatsächlich lohnt.
Von Redaktion SysKonnect aktualisiert am
Kurz gesagt
Der Zins ist bei seriösen Angeboten tatsächlich null. Bezahlt wird über den Listenpreis, über Zusatzprodukte oder darüber, dass Barzahlerrabatte entfallen. Der Vergleich muss deshalb immer gegen den verhandelten Barpreis laufen, nicht gegen die Preisempfehlung.
Im Hardwarehandel gehören zinsfreie Ratenkäufe zum Standardrepertoire, gerade bei größeren Warenkörben: Arbeitsplatzrechner, NAS, Switch und Verkabelung in einem Vorgang. Das Angebot ist in der Sache meist in Ordnung - man muss es nur richtig vergleichen.
Wie es funktioniert
Dahinter steht ein normaler Ratenkredit. Eine Bank zahlt den Händler sofort aus, der Kunde zahlt in Raten an die Bank. Die Zinsen übernimmt der Händler als Verkaufsförderung. Für den Käufer bedeutet das: Bonitätsprüfung, Kreditvertrag, Meldung an die Auskunfteien - also alles, was zu einem Kredit gehört, nur ohne Zinskosten.
Wo der Haken sitzt - wenn einer da ist
Der Preis. Finanzierte Käufe laufen häufig zum Listenpreis, während bei Barzahlung noch Verhandlungsspielraum bestünde. Der Zinsvorteil ist dahin, wenn der Barpreis fünf Prozent niedriger gewesen wäre.
Zusatzprodukte. Restschuld- oder Geräteversicherungen werden gern mit angeboten und in die Rate eingerechnet. Sie sind freiwillig, kosten aber und machen aus dem zinsfreien Kauf einen teuren.
Gebühren. Kontoführung, Bearbeitung, Zahlung per Überweisung statt Lastschrift - Kleinbeträge, die über die Laufzeit zusammenkommen. Der Effektivzins muss deshalb tatsächlich mit null angegeben sein.
Anschlusszins. Bei einigen Modellen ist nur ein Teil der Laufzeit zinsfrei. Was danach gilt, steht im Kleingedruckten.
Der richtige Vergleich in drei Schritten
- Barpreis verhandeln, bevor die Finanzierung überhaupt zur Sprache kommt.
- Gesamtsumme aller Raten ausrechnen und mit diesem Barpreis vergleichen.
- Effektivzins im Vertrag prüfen - steht dort ein Wert über null, ist es keine Null-Prozent-Finanzierung.
Ergibt sich daraus kein Nachteil, ist das Angebot in Ordnung: Man behält das Geld auf dem Konto und zahlt in Raten, ohne dass es teurer wird.
Wo es nicht passt
Für Anschaffungen mit langer Nutzungsdauer und größerem Volumen sind die Laufzeiten solcher Angebote oft zu kurz. Ein Netzwerkumbau, der zehn Jahre halten soll, ist über einen Investitionskredit mit passender Laufzeit besser abgebildet. Und wenn die Hardware planmäßig nach drei Jahren getauscht wird, ist Leasing die naheliegendere Struktur.
Die stille Nebenwirkung
Kleine Raten laden dazu ein, den Warenkorb zu vergrößern. Wer sowieso einen Switch braucht, kauft dann noch die 10-Gigabit-Karten dazu, die im Netz gar nichts bringen, solange die Gegenstellen fehlen. Der Bedarf gehört deshalb vor die Finanzierung, nicht danach.
Dieser Beitrag ordnet Finanzierungsformen ein und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Ist eine Null-Prozent-Finanzierung ein echter Kredit?
Ja. Dahinter steht ein Ratenkredit einer Bank, die den Händler sofort auszahlt. Entsprechend finden eine Bonitätsprüfung und in aller Regel eine Meldung an die Auskunfteien statt.
Beeinflusst so eine Finanzierung meine Bonität?
Sie taucht als laufende Verpflichtung auf und wird bei künftigen Anfragen mitgerechnet. Mehrere parallele Ratenkäufe können deshalb eine größere Finanzierung erschweren.
Was passiert, wenn ich die Ware zurückgebe?
Kaufvertrag und Kreditvertrag sind verbundene Geschäfte. Wird der Kauf rückabgewickelt, endet grundsätzlich auch die Finanzierung - der Ablauf sollte aber vorher schriftlich geklärt sein.